Mit den richtigen Gewohn­heiten deine Ziele erreichen - 7 Tipps

Wie schaffe ich es meine Ziele zu erreichen? Eine Frage, die viele von uns beschäftigt. Der erste Schritt zum Erfolg klingt einfach: um Ziele erreichen zu können, musst du dir Ziele setzen. Warum das aber alleine nicht reicht, verrate ich dir in diesem Artikel.

Warum Ziele alleine nicht ausreichen

Wenn du dich eingehend mit dem Projekt-, Zeit- oder Selbstmanagement befasst hast, bist du in einem Buch, Blog oder Vortrag sicher schon auf die “Harvard Studie” gestoßen. In einem Harvard Abschlussjahrgang wurde erhoben, dass nur 3% der Absolventen ihre Ziele schriftlich festhielten und 84% keine festen Ziele verfolgten. 20 Jahre später wurde ein Gehaltsvergleich durchgeführt. Als Referenz galt das Durchschnittsgehalt der Absolventen, die sich keine Ziele gesetzt hatten. Das Ergebnis war sehr beeindruckend. Die 3% der Absolventen, die ihre Ziele schriftlich festhielten, konnten ein 10x höheres Einkommen vorweisen als ihre Kommilitonen. Die Aussage der Studie bietet kaum Interpretationsspielraum: „Setz dir Ziele und halte sie schriftlich fest.“ Ist das Geheimnis, deine Ziele zu erreichen wirklich so einfach?

 

Tatsächlich gibt es einen wichtigeren Erfolgsfaktor, zumal die „Harvard Studie“ für mich viel von ihrer Strahlkraft verloren hat. Auf der Suche nach einer Originalquelle musste ich feststellen, dass es eine solche Studie vermutlich nie gegeben hat, obwohl sich bekannte Autoren wie Brian Tracy oder Zeitschriften wie Forbes auf sie beziehen. Da der Umgang mit deinen Zielen allerdings sehr wichtig ist, werde ich nachfolgend kurz beschreiben, was Ziele eigentlich sind und wie du sie formulieren solltest. Im Anschluss verrate ich dir praktische Tipps zur Zielerreichung und für deinen langfristigen Erfolg.

Du solltest sie kennen - die SMART Methode

Im Projektmanagement hat sich zur Formulierung von Zielen die sogenannte SMART-Methode etabliert. Das Akronym SMART definiert Kriterien, die ein Ziel erfüllen muss, um im Projektmanagement Anwendung zu finden.

 

S - spezifisch: Ziele müssen spezifisch, d.h. eindeutig und positiv formuliert sein

M - messbar: Ziele bzw. die Zielerreichung muss messbar sein

A - attraktiv: Ziele sollen motivieren und daher attraktiv sowie verständlich formuliert sein

R - realistisch: Ziele müssen realistisch und durch deine Anstrengung erreichbar sein

T - terminierbar: Ziele müssen zu einem bestimmten Termin abgeschlossen werden können

 

Beispiel für ein schlechtes SMART-Ziel: Ich möchte mehr Produkte verkaufen.

Beispiel für ein gutes SMART-Ziel: Innerhalb von 5 Monaten den Umsatz um 10% steigern, indem ich den Verkaufsprozess optimiere und eine YouTube-Kampagne mit 10.000 Aufrufen und 2% CTR im ersten Halbjahr starte.  

Gewohnheiten sind der Schlüssel

Die meisten Menschen formulieren mindestens einmal im Leben ambitionierte Ziele, wie etwa einen gut bezahlten Job, finanzielle Freiheit oder eine sportliche Figur. Obwohl die Formulierung solcher Ziele ein wichtiger Schritt ist, zeigt sich oft, dass sie lediglich temporäre Lösungen darstellen. Ein typisches Beispiel ist das Wunschgewicht: Häufig wird dieses Ziel kurzzeitig erreicht, nur um dann dem Jojo-Effekt zum Opfer zu fallen. Der Hauptgrund für das Scheitern bei der Erreichung langfristiger Ziele liegt in fehlenden oder schlechten Gewohnheiten, die eine dauerhafte Zielerreichung erschweren.

Die Macht der Gewohnheit ist daher der wesentlichere Erfolgsfaktor und eine dauerhafte Lösung, die dir hilft, langfristig ein erfolg­reicheres Leben zu führen.

Wenn du dir beispielsweise das Ziel gesetzt hast, die Steuererklärung rechtzeitig abzugeben, musst du alle Ausgaben und Quittungen für deine Steuererklärung bis zur Abgabefrist im Mai suchen und sortieren. Je nachdem wann du damit beginnst, kann der Arbeitsaufwand sehr hoch werden. Wenn du stattdessen eine zielbasierte Gewohnheit etablierst, dass deine Ausgaben und Quittungen direkt in den korrekten Ordner abgelegt werden, dann wirst du nie wieder Mühe dabei haben die notwendigen Dokumente für deine Steuererklärung zu suchen. Ähnlich verhält es sich mit dem klassischen Neujahrsziel zur Gewichtsreduktion. Während eine strikte Diät viel Kraft kostet, führen gesunde Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten automatisch zur Zielerreichung, ohne Jojo-Effekt. Glücklicherweise sind alle Gewohnheiten lernbar mit genügend Beharrlichkeit und Selbstdisziplin.

Los geht's: 7 Tipps deine Gewohnheiten zu etablieren

1. Nimm dir ausreichend Zeit

Mit jeder Wiederholung eines von dir gewünschten Verhaltens werden deine neuronalen Verbindungen im Gehirn gestärkt. Somit entstehen automatisierte Routinen, die dir dabei helfen können gesünder, produktiver, mutiger und zufriedener zu leben. 90 Tage solltest du investieren, um eine neue Gewohnheit zu erlernen oder eine alte Gewohnheit durch eine neue Gewohnheit zu ersetzen. 

 

Sollte es dir passieren, dass du deine Gewohnheit nicht wie geplant durchgeführt hast, ärgere dich nicht zu sehr. Nehmen wir an, dass du 20 Tage nicht geraucht hast, dann konzentrier dich nicht darauf, dass du rückfällig wurdest. Nimm dir die 20 Tage als Ansporn, um dieses Mal mehr als 20 Tage rauchfrei zu bleiben. Dieses Motivationsmuster setzt du so lange fort, bis dein gewünschtes Verhalten zur Routine geworden ist.

2. Beginne mit der Hälfte

Da jede Veränderung viel Kraft kostet, solltest du dir nicht zu viel vornehmen. Wenn du beispielsweise jeden Tag 10.000 Schritte machen möchtest, beginne mit der Hälfte und steigere dich kontinuierlich. Solltest du die Anzahl der Schritte nicht erreichen, reduziere sie wieder. Sobald dir die Bewegung zur Routine geworden ist, wird es einfacher die Schrittzahl zu erhöhen.

3. Gewohnheiten schrittweise ändern

Manchmal ist es herausfordernd eine neue Gewohnheit radikal einzuführen oder eine schlechte Gewohnheit radikal abzulegen. Es kann daher sinnvoll sein, mit einer Handlung zu starten, die du in 1-2 Minten erledigen kannst. Sobald diese etabliert ist, erweitere sie schrittweise zu deiner gewünschten Gewohnheit.

4. Gewohnheiten mit messbarem Verhalten formulieren

Außerdem solltest du deine Gewohnheit als messbares Verhalten formulieren. Anstatt zu sagen: “Ich möchte an meinem Buch arbeiten”, sollte deine Gewohnheit lauten: “Ich möchte jeden Tag mind. 60 Minuten an meinem Buch arbeiten” oder “Ich möchte jeden Tag mind. 250 Wörter für mein Buch schreiben”.

5. Andock- oder If...then-Methode

Du kannst deine Gewohnheit mit einem Auslöser verknüpfen, auf den das Verhalten deiner Gewohnheit folgt. “Jeden Morgen nach dem Zähneputzen möchte ich als erstes 250 Wörter für mein Buch schreiben”. Diese Methode wird auch als Andock- oder If...then-Methode bezeichnet und hilft dir deine Gewohnheiten noch schneller zu etablieren. Die Verknüpfung mit einer bestehenden Routine erfolgt durch die Formel “Wenn ich x mache, mache ich auch y”.

Als Trigger kann ebenfalls eine schlechte Gewohnheit dienen, die durch eine gute Gewohnheit ersetzt wird. „Immer wenn ich Hunger auf Schokolade habe, esse ich einen Apfel.“

Feste Tages- oder Uhrzeit können zudem dabei helfen Gewohnheiten leichter in deinen Tagesablauf einzubinden.

6. Verändere deine Umgebung

Deine Umgebung hat einen großen Einfluss auf deine Gewohnheiten. Der Playstation-Controller auf der Couch verführt zum Zocken, die offenen Snacks auf dem Tisch zum Naschen. Entferne daher Ablenkungen oder schaffe Hindernisse für schlechte Gewohnheiten. Verstecke deine Süßigkeiten oder den Playstation-Controller im hintersten Fach deines Schranks und lege stattdessen mundgerecht vorbereites Obst auf den Tisch und das Buch, dass du immer lesen wolltest, offen auf die Couch. So schaffst du eine Umgebung, die deine gewünschten Gewohnheiten fördert. Nach einer erfolgreichen Ausführung eines gewünschten Verhaltens, solltest du dich gelegentlich auch mal mit einer Aktion deiner Wahl belohnen.

7. Unterstützung suchen

 

Um auf Kurs zu bleiben und die Motivation nicht zu verlieren, ist die Unterstützung von Familie, Freunden oder Kollegen hilfreich. Teile daher deine geplanten Gewohnheiten und Ziele mit deinem Umfeld und erzeuge somit ein Gefühl der Verantwortung, dich für die geäußerten Absichten und Verpflichtungen einzusetzen. Besonders effektiv ist die Suche nach einer Person, mit der du gemeinsam an der Entwicklung und Aufrechterhaltung neuer Gewohnheiten arbeiten kannst. Ihr unterstützt euch dabei gegenseitig und tauscht euch regelmäßig über Fortschritte, Erfolge und Herausforderungen aus. Als sogenannte „Accountability Buddy“ erhöht ihr dadurch die Motivation, Verbindlichkeit und Erfolgschancen bei der Umsetzung eurer Ziele und Gewohnheiten.

Fazit

Das Formulieren deiner Ziele ist ein sinnvoller erster Schritt. Langfristig bergen zielbasierte Gewohnheiten jedoch das größte Erfolgspotential. Dazu bedarf es Zeit, Beharrlichkeit und ein strukturiertes Vorgehen.

In meinem Buch „Eisenhower Journal“ findest du daher neben dem Eisenhower Canvas zum Planen deiner Aufgaben auch einen Monatsplaner mit Gewohnheitstracker, sodass du deine Fortschritte festhalten und überwachen kannst. Den ersten 10 Leser:innen dieses Artikels, sende ich gerne bei Bedarf kostenlos ein Exemplar des Eisenhower Journals zu.

Schreibe mir dazu einfach eine E-Mail an: sebastian@enpulse.io

Dieser Artikel ist von
Sebastian Schramm
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